Light flashes and suddenly new floaters: When it is urgent and why time matters

Untersuchung der Netzhaut mit einer Speziallinse bei Adlerblick Augenmedizin in Döttingen

Ophthalmology Aargau · Döttingen

Lichtblitze und neue Mouches volantes: wann es dringend ist

Light flashes and suddenly new floaters: When it is urgent and why time matters

Es gibt Beschwerden am Auge, bei denen es nicht sinnvoll ist, auf den nächsten regulären Kontrolltermin zu warten. Neu auftretende Lichtblitze, plötzlich deutlich mehr schwarze Punkte oder ein neuer Schwarm beweglicher Trübungen im Sichtfeld gehören dazu. Nicht weil hinter diesen Symptomen zwangsläufig eine schwere Erkrankung steckt, sondern weil sich eine harmlose altersbedingte Veränderung des Glaskörpers und ein behandlungsbedürftiger Netzhautriss für die betroffene Person zunächst sehr ähnlich anfühlen können.

In vielen Fällen ist eine sogenannte hintere Glaskörperabhebung die Ursache. Sie gehört zu den normalen Veränderungen des alternden Auges und bleibt meistens ohne schwerwiegende Folgen. Während sich der Glaskörper von der Netzhaut löst, kann jedoch an einzelnen Stellen Zug auf die Netzhaut entstehen. Ist die Verbindung dort besonders fest, kann die Netzhaut einreissen. Durch einen solchen Riss kann Flüssigkeit unter die Netzhaut gelangen und eine Netzhautablösung auslösen. Genau deshalb müssen neue Lichtblitze und plötzlich vermehrte Mouches volantes zeitnah untersucht werden. Ein dunkler Schatten oder ein vorhangartiger Bereich im Gesichtsfeld ist dagegen bereits ein unmittelbares Warnzeichen für eine mögliche Netzhautablösung und erfordert eine dringende augenärztliche Beurteilung.

Der entscheidende Punkt ist einfach: Zu Hause lässt sich nicht zuverlässig feststellen, ob lediglich eine unkomplizierte Glaskörperabhebung vorliegt oder ob die Netzhaut dabei eingerissen ist. Dafür muss der Augenhintergrund untersucht werden, in der Regel bei erweiterter Pupille.

In this article

Was bei einer hinteren Glaskörperabhebung im Auge passiert
Welche Symptome besonders ernst genommen werden sollten
Warum aus einem Netzhautriss eine Netzhautablösung werden kann
Was bei der Untersuchung gemacht wird
Netzhautriss bedeutet nicht automatisch Netzhautablösung
Wenn sich die Netzhaut bereits abgelöst hat
Was nach einer Laserbehandlung wichtig ist
Wer ein erhöhtes Risiko für Netzhautrisse und Netzhautablösungen hat
Lichtblitze oder Migräneaura?
Was Sie bis zur Untersuchung beachten sollten
Frequently asked questions
Augenärztliche Abklärung bei Adlerblick Augenmedizin in Döttingen
Fazit

Was bei einer hinteren Glaskörperabhebung im Auge passiert

Das Innere des Auges ist zu einem grossen Teil mit dem Glaskörper gefüllt. Dabei handelt es sich um eine transparente, gelartige Substanz, die überwiegend aus Wasser besteht und von einem feinen Gerüst aus Kollagen und Hyaluronsäure stabilisiert wird. In jungen Jahren besitzt der Glaskörper eine relativ gleichmässige Struktur und liegt der Netzhaut an.

Mit zunehmendem Alter verändert sich dieses Gel. Teile des Glaskörpers verflüssigen sich, Kollagenfasern können sich zusammenlagern und die ursprüngliche Struktur wird zunehmend unregelmässig. Im weiteren Verlauf kann sich die hintere Oberfläche des Glaskörpers von der Netzhaut lösen. Dieser Vorgang wird als hintere Glaskörperabhebung bezeichnet und tritt mit zunehmendem Alter sehr häufig auf. Bei stärker kurzsichtigen Menschen kann er früher beginnen, ebenso nach bestimmten Augenoperationen.

Die dabei wahrgenommenen Mouches volantes entstehen durch Verdichtungen innerhalb des Glaskörpers. Diese werfen Schatten auf die Netzhaut und erscheinen deshalb als Punkte, Fäden, Ringe, Flusen oder spinnennetzartige Strukturen im Sichtfeld. Besonders gut sichtbar sind sie vor einem hellen und gleichmässigen Hintergrund, beispielsweise vor einer weissen Wand oder dem Himmel. Typisch ist, dass sie sich mit den Augenbewegungen mitbewegen und anschliessend etwas nachschwingen.

Lichtblitze entstehen dagegen durch mechanische Reizung der Netzhaut. Solange der Glaskörper während seiner Ablösung noch an einzelnen Stellen an der Netzhaut haftet, kann er dort Zug ausüben. Dieser mechanische Reiz wird von der Netzhaut als Lichtsignal verarbeitet. Betroffene beschreiben kurze, blitzartige Erscheinungen, häufig am Rand des Gesichtsfeldes und besonders deutlich in dunkler Umgebung.

Eine hintere Glaskörperabhebung selbst benötigt normalerweise keine Behandlung. Problematisch wird sie erst dann, wenn die Zugkräfte einen Netzhautriss verursachen oder wenn es zu einer Blutung beziehungsweise Netzhautablösung kommt.

Augenmodell in der Sprechstunde bei Adlerblick Augenmedizin

Glaskörper und Netzhaut

Harmlos bleibt die Abhebung, solange die Netzhaut dabei nicht einreisst

Welche Symptome besonders ernst genommen werden sollten

Bei einer akuten Veränderung sind vor allem drei Symptome wichtig. Das erste sind neu aufgetretene Lichtblitze. Ein einzelner bekannter visueller Effekt ist etwas anderes als plötzlich wiederkehrende blitzartige Erscheinungen, die vorher nicht vorhanden waren. Besonders relevant werden sie, wenn gleichzeitig neue Mouches volantes auftreten.

Das zweite Warnzeichen ist eine plötzliche deutliche Zunahme der Glaskörpertrübungen. Gemeint sind nicht ein oder zwei seit Jahren bekannte Punkte, sondern ein neuer Schwarm kleiner dunkler Flecken oder Fäden, der innerhalb kurzer Zeit auftritt. Manche Menschen beschreiben dies als Russregen oder als eine grosse Zahl kleiner schwarzer Punkte. Ein solches Bild kann entstehen, wenn bei einem Netzhautriss Pigmentzellen oder Blut in den Glaskörper gelangen.

Besonders dringend ist ein dunkler Schatten oder ein vorhangartiger Bereich im Gesichtsfeld. Dieser kann zunächst seitlich beginnen und sich zunehmend ausbreiten. Ein solches Symptom passt zu einer bereits bestehenden Netzhautablösung. Auch eine plötzlich deutliche Sehverschlechterung in Verbindung mit neuen Lichtblitzen oder Floaters muss umgehend abgeklärt werden.

Seit Jahren unveränderte Mouches volantes ohne zusätzliche Beschwerden sind dagegen normalerweise kein augenärztlicher Notfall. Entscheidend ist die Veränderung: neu, plötzlich, deutlich mehr als zuvor oder zusammen mit Lichtblitzen beziehungsweise einer Einschränkung des Gesichtsfeldes.

Die drei Warnzeichen

Lichtblitze

Neu und wiederkehrend

Kurze, blitzartige Erscheinungen, die vorher nicht vorhanden waren.

Russregen

Plötzlich ein neuer Schwarm

Viele kleine dunkle Punkte oder Fäden, die innerhalb kurzer Zeit auftreten.

Schatten

Ein dunkler Vorhang

Beginnt oft seitlich und breitet sich aus. Das passt zu einer bestehenden Netzhautablösung.

Seit Jahren unveränderte Mouches volantes ohne zusätzliche Beschwerden sind normalerweise kein Notfall.

Warum aus einem Netzhautriss eine Netzhautablösung werden kann

Die Netzhaut liegt der inneren Wand des Auges an und enthält die Nervenzellen, welche Lichtreize aufnehmen und weiterverarbeiten. Entsteht ein Riss, kann verflüssigter Glaskörper durch diese Öffnung unter die Netzhaut gelangen. Dadurch kann sich die Netzhaut zunehmend von ihrer Unterlage lösen. Diese Form wird als rhegmatogene Netzhautablösung bezeichnet.

Die abgehobene Netzhaut kann ihre normale Funktion nicht mehr aufrechterhalten. Insbesondere der Stoffwechsel der lichtempfindlichen Photorezeptoren wird gestört. Im Bereich der Ablösung entstehen deshalb Gesichtsfeldausfälle. Wie stark das zentrale Sehen betroffen ist, hängt wesentlich davon ab, ob die Makula, also der Bereich des schärfsten Sehens, noch anliegt oder bereits in die Ablösung einbezogen wurde.

Solange die Makula nicht betroffen ist, kann die zentrale Sehschärfe erstaunlich gut bleiben. Das kann Betroffene fälschlicherweise beruhigen, obwohl bereits eine Netzhautablösung vorhanden ist. Genau deshalb ist ein neu auftretender seitlicher Schatten auch bei ansonsten noch guter Sehschärfe ein ernstes Warnzeichen.

Erreicht die Ablösung die Makula, verschlechtert sich das zentrale Sehen meist deutlich. Eine operative Wiederanlage der Netzhaut ist auch dann möglich, die spätere Sehfunktion hängt jedoch unter anderem davon ab, wie lange die Makula bereits abgelöst war und wie ausgeprägt die Veränderungen sind. Eine Netzhautablösung gehört deshalb immer rasch in augenärztliche beziehungsweise retinachirurgische Behandlung.

Gute Sehschärfe ist keine Entwarnung

Solange die Makula nicht betroffen ist, kann die zentrale Sehschärfe erstaunlich gut bleiben. Ein neuer seitlicher Schatten ist deshalb auch bei guter Sehschärfe ein ernstes Warnzeichen.

Was bei der Untersuchung gemacht wird

Bei neuen Lichtblitzen und plötzlich vermehrten Mouches volantes steht die Untersuchung der Netzhaut im Mittelpunkt. Zunächst wird genau erfragt, wann die Beschwerden begonnen haben, ob ein oder beide Augen betroffen sind und ob gleichzeitig eine Sehverschlechterung, ein Schatten oder Russregen aufgetreten ist. Auch frühere Augenoperationen, Verletzungen, starke Kurzsichtigkeit und Netzhauterkrankungen am anderen Auge sind für die Beurteilung wichtig.

Anschliessend werden üblicherweise die Sehschärfe und der vordere Augenabschnitt untersucht. Besonders wichtig ist die Beurteilung des Glaskörpers. Blut oder Pigmentzellen können Hinweise darauf geben, dass ein Netzhautriss vorhanden ist.

Für die eigentliche Untersuchung der Netzhaut wird die Pupille mit Augentropfen erweitert. Erst dadurch können auch die äusseren Bereiche der Netzhaut ausreichend beurteilt werden. Netzhautrisse liegen häufig weit in der Peripherie und können bei einer Untersuchung ohne ausreichende Pupillenerweiterung leicht ausserhalb des einsehbaren Bereichs liegen.

Die Augenärztin oder der Augenarzt untersucht deshalb gezielt die gesamte Netzhautperipherie mit speziellen Linsen und verschiedenen Blickrichtungen. Ist der Augenhintergrund aufgrund einer stärkeren Glaskörperblutung nicht ausreichend einsehbar, kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung notwendig sein, um insbesondere eine Netzhautablösung auszuschliessen.

Die Pupillenerweiterung kann das Nahsehen für einige Stunden beeinträchtigen und die Blendempfindlichkeit erhöhen. Deshalb ist es sinnvoll, nicht selbst mit dem Auto zur Untersuchung zu kommen beziehungsweise den Heimweg entsprechend zu organisieren.

Augenärztin untersucht einen Patienten an der Spaltlampe bei Adlerblick Augenmedizin

Examination

Netzhautrisse liegen häufig weit in der Peripherie

Netzhautriss bedeutet nicht automatisch Netzhautablösung

Wird bei der Untersuchung ein Netzhautriss gefunden, hängt das weitere Vorgehen vom genauen Befund ab. Nicht jede kleine Netzhautöffnung und nicht jeder zufällig entdeckte Riss muss automatisch behandelt werden. Es gibt Veränderungen mit sehr geringem Risiko, die lediglich kontrolliert werden können. Akute symptomatische Risse mit relevantem Risiko für eine Netzhautablösung werden dagegen in der Regel behandelt.

Eine häufig eingesetzte Methode ist die Laserretinopexie. Dabei werden gezielt Laserherde um den Netzhautriss gesetzt. Die dadurch ausgelöste Narbenreaktion führt dazu, dass die Netzhaut im behandelten Bereich fester mit ihrer Unterlage verbunden wird. Ziel ist, das Risiko zu reduzieren, dass Flüssigkeit durch den Riss unter die Netzhaut gelangt und eine Ablösung entsteht.

Die Behandlung erfolgt normalerweise ambulant. Das Auge wird mit Tropfen betäubt und eine spezielle Kontaktlinse wird aufgesetzt, über welche die Laserstrahlen gezielt auf die Netzhaut gelenkt werden. Eine solche Behandlung dauert häufig nur wenige Minuten beziehungsweise weniger als eine Viertelstunde.

Wichtig ist jedoch, die Wirkung richtig zu verstehen. Der Laser entfernt den Riss nicht und lässt bestehende Mouches volantes nicht verschwinden. Er erzeugt vielmehr eine Barriere rund um die gefährdete Stelle. Auch nach einer erfolgreich behandelten Netzhautveränderung kann an einer anderen Stelle später ein neuer Riss entstehen.

Was der Laser leistet

Der Laser entfernt den Riss nicht und lässt bestehende Mouches volantes nicht verschwinden. Er erzeugt eine Barriere rund um die gefährdete Stelle.

Wenn sich die Netzhaut bereits abgelöst hat

Eine bestehende Netzhautablösung benötigt in den meisten Fällen eine operative Behandlung. Welche Methode gewählt wird, hängt von der Lage und Anzahl der Risse, der Ausdehnung der Ablösung, dem Zustand des Glaskörpers, der Beteiligung der Makula und weiteren individuellen Faktoren ab.

Bei einer Vitrektomie wird der Glaskörper operativ entfernt. Anschliessend wird die Netzhaut wieder an ihre Unterlage gebracht und der verursachende Netzhautriss behandelt. Häufig wird am Ende des Eingriffs Gas in das Auge eingebracht, in bestimmten Situationen kommt Silikonöl zum Einsatz. Diese Tamponaden sollen die Netzhaut während des Heilungsprozesses von innen stabilisieren.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Plomben- oder Cerclageoperation. Dabei wird ein Silikonelement auf die Aussenseite des Auges aufgebracht. Dadurch wird die Augenwand im Bereich des Netzhautrisses nach innen verlagert und die Zugwirkung auf die Netzhaut reduziert.

Welches Verfahren im konkreten Fall sinnvoll ist, entscheidet die Netzhautchirurgin oder der Netzhautchirurg. Entscheidend ist, dass bei Verdacht auf eine Netzhautablösung keine unnötige Verzögerung entsteht.

Was nach einer Laserbehandlung wichtig ist

Nach einer Laserretinopexie kann das Sehvermögen zunächst durch die hellen Lichtreize und die Pupillenerweiterung beeinträchtigt sein. Häufig besteht für einige Stunden ein verschwommenes oder geblendetes Sehen. Deshalb sollte am Behandlungstag nicht selbst Auto gefahren werden.

Die durch den Laser gewünschte Gewebereaktion entwickelt sich im Verlauf der folgenden Tage. Wann eine Kontrolluntersuchung stattfinden soll und welche körperlichen Aktivitäten vorübergehend eingeschränkt werden sollten, hängt vom individuellen Befund ab. Eine pauschale Regel, nach der jede Patientin und jeder Patient beispielsweise exakt zwei Wochen keinen Sport treiben darf, ist nicht sinnvoll. Die behandelnde Augenärztin beziehungsweise der behandelnde Augenarzt gibt hierzu konkrete Empfehlungen.

Kontrollen nach der Behandlung sind wichtig, weil überprüft werden muss, ob die Laserbarriere ausreichend ausgeprägt ist und ob weitere Netzhautveränderungen vorhanden sind. Auch nach erfolgreicher Behandlung gilt deshalb weiterhin: Neue Lichtblitze, plötzlich zusätzliche Mouches volantes oder ein Schatten im Gesichtsfeld müssen erneut rasch untersucht werden.

Die bereits vorhandenen Mouches volantes verschwinden durch den Netzhautlaser normalerweise nicht. Sie entstehen im Glaskörper und können deshalb zunächst weiterhin wahrgenommen werden. Häufig werden sie im Laufe der Zeit weniger störend, weil sie ihre Position verändern und das Gehirn sie zunehmend aus dem bewussten Seheindruck herausfiltert.

Adlerblick Eye Medicine · Döttingen

Neue Lichtblitze oder plötzlich mehr Punkte?

Bei Adlerblick Augenmedizin in Döttingen steht die Beurteilung des Glaskörpers und der gesamten Netzhaut im Mittelpunkt.

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Wer ein erhöhtes Risiko für Netzhautrisse und Netzhautablösungen hat

Eine hintere Glaskörperabhebung kann grundsätzlich bei jedem Menschen auftreten. Bestimmte Faktoren erhöhen jedoch das Risiko, dass es dabei zu einem Netzhautriss oder später zu einer Netzhautablösung kommt.

Ein wichtiger Risikofaktor ist eine stärkere Kurzsichtigkeit. Stark kurzsichtige Augen sind meist länger gebaut. Dadurch sind Netzhaut und andere Strukturen des hinteren Augenabschnitts stärker gedehnt und anfälliger für bestimmte periphere Netzhautveränderungen.

Ein erhöhtes Risiko besteht auch bei Menschen, die bereits an einem Auge einen Netzhautriss oder eine Netzhautablösung hatten. Dasselbe gilt nach bestimmten Augenverletzungen. Eine starke stumpfe Einwirkung auf das Auge kann unmittelbar oder verzögert zu Veränderungen der Netzhaut führen.

Auch nach einer Kataraktoperation ist das Risiko einer rhegmatogenen Netzhautablösung erhöht. Wie gross dieses individuelle Risiko tatsächlich ist, hängt allerdings von weiteren Faktoren wie Alter, Augenlänge und Kurzsichtigkeit ab. Eine familiäre Belastung kann ebenfalls relevant sein.

Bei Diabetes entstehen Netzhautprobleme teilweise über einen anderen Mechanismus. Eine fortgeschrittene diabetische Retinopathie kann zu Blutungen in den Glaskörper und zu traktiven, also durch Zug verursachten Netzhautablösungen führen. Plötzlich auftretende schwarze Punkte oder eine neue Sehverschlechterung sind deshalb auch bei Menschen mit Diabetes Warnsymptome, die abgeklärt werden sollten.

Wie häufig Menschen mit erhöhtem Risiko ohne aktuelle Beschwerden kontrolliert werden sollten, lässt sich nicht pauschal festlegen. Das Intervall richtet sich nach dem individuellen Netzhautbefund und den vorhandenen Risikofaktoren.

Wann das Risiko erhöht ist

  1. Stärkere Kurzsichtigkeit. Das Auge ist meist länger gebaut, die Netzhaut stärker gedehnt.
  2. Frühere Netzhautprobleme. Ein Netzhautriss oder eine Netzhautablösung an einem Auge.
  3. Augenverletzungen. Eine starke stumpfe Einwirkung kann unmittelbar oder verzögert zu Veränderungen der Netzhaut führen.
  4. Kataraktoperation. Wie gross das Risiko ist, hängt von Faktoren wie Alter, Augenlänge und Kurzsichtigkeit ab.
  5. Familiäre Belastung. Sie kann ebenfalls relevant sein.

Lichtblitze oder Migräneaura?

Nicht jede Lichtwahrnehmung entsteht durch Zug an der Netzhaut. Besonders häufig werden Lichtblitze mit einer visuellen Migräneaura verwechselt.

Die typischen Lichtblitze einer Glaskörperabhebung sind meist kurz, blitzartig und treten häufig am Rand des Gesichtsfeldes auf. Sie wiederholen sich und können bei Augenbewegungen oder in dunkler Umgebung deutlicher wahrgenommen werden. Da die Ursache im Auge liegt, ist normalerweise nur das betroffene Auge betroffen.

Eine klassische Migräneaura entwickelt sich dagegen meist schrittweise über mehrere Minuten. Häufig entstehen flimmernde, gezackte oder geometrische Muster, die sich durch das Gesichtsfeld bewegen oder langsam ausbreiten. Da die Ursache im visuellen System des Gehirns liegt, betrifft die Erscheinung grundsätzlich das Gesichtsfeld beider Augen, auch wenn Betroffene subjektiv manchmal den Eindruck haben, die Störung befinde sich nur auf einer Seite. Eine Aura dauert typischerweise zwischen fünf Minuten und einer Stunde und kann anschliessend von Kopfschmerzen gefolgt werden. Sie kann aber auch ohne Kopfschmerzen auftreten.

Diese Merkmale können bei der Unterscheidung helfen, ersetzen aber keine Untersuchung bei neuartigen oder unklaren Symptomen. Insbesondere erstmalig auftretende Sehstörungen sollten nicht allein anhand einer Selbstdiagnose als Migräne eingeordnet werden.

Der Unterschied auf einen Blick

Glaskörperabhebung

Kurz und blitzartig

Häufig am Rand des Gesichtsfeldes, normalerweise nur am betroffenen Auge.

Migräneaura

Flimmernd und gezackt

Entwickelt sich über mehrere Minuten und betrifft das Gesichtsfeld beider Augen.

Im Zweifel

Keine Selbstdiagnose

Erstmalig auftretende Sehstörungen nicht allein anhand einer Selbstdiagnose als Migräne einordnen.

Diese Merkmale ersetzen keine Untersuchung bei neuartigen oder unklaren Symptomen.

Frau mit Brille in der Hand fasst sich wegen Beschwerden an die Stirn

Unterscheidung

Nicht jede Lichtwahrnehmung entsteht durch Zug an der Netzhaut

Was Sie bis zur Untersuchung beachten sollten

Wenn plötzlich neue Lichtblitze oder deutlich mehr Mouches volantes auftreten, sollte die augenärztliche Abklärung möglichst rasch organisiert werden. Entscheidend ist nicht, zu Hause bestimmte Bewegungen zu vermeiden oder das Auge ruhigzustellen, sondern die Netzhaut zeitnah untersuchen zu lassen.

Eine allgemein verbindliche Empfehlung, wonach bis zur Untersuchung jedes Heben oder jede körperliche Aktivität strikt verboten wäre, gibt es nicht. Bei starken Beschwerden oder bereits bestehendem Verdacht auf einen Netzhautriss ist es jedoch vernünftig, bis zur ärztlichen Beurteilung auf besonders intensive Belastungen und Sportarten mit starken Erschütterungen zu verzichten.

Noch wichtiger ist es, Veränderungen der Symptome zu beachten. Erscheint neu ein dunkler Schatten, ein Vorhang oder eine deutliche Gesichtsfeldeinschränkung, sollte nicht auf einen vereinbarten Termin später am Tag oder am Folgetag gewartet werden. Dann ist eine unmittelbare augenärztliche Notfallabklärung notwendig.

Hilfreich ist ausserdem, sich zu merken, wann die Beschwerden begonnen haben und ob sie sich seitdem verändert haben. Diese Information ist für die Beurteilung des Verlaufs wichtig.

Wann Sie nicht warten sollten

Erscheint neu ein dunkler Schatten, ein Vorhang oder eine deutliche Gesichtsfeldeinschränkung, ist eine unmittelbare augenärztliche Notfallabklärung notwendig.

Frequently asked questions

Question

Bedeutet jeder Lichtblitz einen Netzhautriss?

Nein. Lichtblitze treten häufig im Rahmen einer hinteren Glaskörperabhebung auf, ohne dass die Netzhaut einreisst. Weil ein Netzhautriss jedoch dieselben Beschwerden verursachen kann, sollten neu auftretende Lichtblitze untersucht werden, insbesondere wenn gleichzeitig neue Mouches volantes auftreten.

Question

Wie schnell sollte ich mich untersuchen lassen?

Bei neuen Lichtblitzen oder plötzlich deutlich vermehrten Floaters sollte die augenärztliche Untersuchung möglichst am selben Tag beziehungsweise sehr zeitnah erfolgen. Bei einem dunklen Vorhang, einem neuen Schatten im Gesichtsfeld oder einer plötzlichen deutlichen Sehverschlechterung ist eine unmittelbare Notfallabklärung erforderlich.

Question

Ich sehe seit Jahren Mouches volantes. Ist das ebenfalls dringend?

Seit Langem unveränderte Mouches volantes ohne zusätzliche Beschwerden sind normalerweise kein Notfall. Eine neue Untersuchung ist notwendig, wenn sie plötzlich deutlich zunehmen, neue Lichtblitze auftreten oder sich das Sehvermögen beziehungsweise Gesichtsfeld verändert.

Question

Tut eine Laserbehandlung der Netzhaut weh?

Das Auge wird vor der Behandlung mit Tropfen betäubt. Während der Behandlung werden sehr helle Lichtimpulse wahrgenommen. Je nach Lage und Umfang des behandelten Bereichs können einzelne Laserimpulse unangenehm sein. Die Behandlung ist normalerweise ambulant und dauert vergleichsweise kurz.

Question

Verschwinden die Mouches volantes nach der Laserbehandlung?

Normalerweise nicht. Der Laser behandelt die Netzhaut rund um den Riss. Die Floaters befinden sich dagegen im Glaskörper. Sie können im Verlauf weniger auffallen, werden durch den Netzhautlaser aber nicht entfernt.

Question

Kann eine Netzhautablösung operiert werden?

Ja. In vielen Fällen kann die Netzhaut operativ wieder angelegt werden. Wie gut sich das Sehvermögen anschliessend entwickelt, hängt unter anderem von der Ausdehnung der Ablösung und davon ab, ob die Makula bereits betroffen war.

Question

Kann eine Netzhautablösung verhindert werden?

Eine normale altersbedingte Glaskörperabhebung lässt sich nicht verhindern. Wird bei der Untersuchung jedoch ein behandlungsbedürftiger Netzhautriss rechtzeitig erkannt, kann eine Laserbehandlung das Risiko einer daraus entstehenden Netzhautablösung deutlich reduzieren. Sie bietet allerdings keine absolute Garantie und verhindert nicht, dass später an anderer Stelle ein weiterer Riss entsteht.

Question

Darf ich nach der Untersuchung Auto fahren?

Nach einer Pupillenerweiterung kann das Sehvermögen vorübergehend beeinträchtigt und die Blendempfindlichkeit erhöht sein. Deshalb sollte der Heimweg so organisiert werden, dass Sie nicht selbst fahren müssen, solange diese Wirkung besteht.

Augenärztliche Abklärung bei Adlerblick Augenmedizin in Döttingen

Bei neu aufgetretenen Lichtblitzen, plötzlich vermehrten Mouches volantes oder Russregen kann bei Adlerblick Augenmedizin in Döttingen eine gezielte Untersuchung des hinteren Augenabschnitts erfolgen. Im Mittelpunkt steht dabei die Beurteilung des Glaskörpers und der gesamten Netzhaut, insbesondere der peripheren Bereiche, in denen akute Netzhautrisse häufig entstehen.

Zeigt die Untersuchung eine unkomplizierte hintere Glaskörperabhebung ohne Netzhautriss, kann anhand des Befundes entschieden werden, ob und wann eine weitere Kontrolle notwendig ist. Wird dagegen ein behandlungsbedürftiger Netzhautriss festgestellt, kann beurteilt werden, ob eine Laserbehandlung angezeigt ist.

Besteht bereits eine Netzhautablösung oder der Verdacht darauf, ist eine rasche retinachirurgische Versorgung erforderlich. In diesem Fall steht nicht mehr die routinemässige Kontrolle im Vordergrund, sondern die zeitnahe Weiterleitung an ein entsprechend spezialisiertes Zentrum.

Fazit

Lichtblitze und neu auftretende Mouches volantes sind häufig. In vielen Fällen steckt eine hintere Glaskörperabhebung dahinter, die zum normalen Alterungsprozess des Auges gehört und keine Behandlung benötigt.

Das Problem ist nicht die Häufigkeit dieser harmlosen Ursache, sondern die Tatsache, dass ein Netzhautriss zunächst praktisch dieselben Beschwerden verursachen kann. Ohne Untersuchung lässt sich deshalb nicht zuverlässig entscheiden, welcher Prozess tatsächlich vorliegt.

Neu auftretende Lichtblitze und ein plötzlich deutlich vermehrter Schwarm von Punkten oder Fäden sollten deshalb zeitnah augenärztlich untersucht werden. Ein dunkler Schatten, ein vorhangartiger Gesichtsfeldausfall oder eine plötzliche deutliche Sehverschlechterung sind dagegen unmittelbare Warnzeichen und erfordern eine dringende Abklärung.

Wird ein behandlungsbedürftiger Netzhautriss erkannt, bevor eine Netzhautablösung entstanden ist, kann häufig eine ambulante Laserbehandlung durchgeführt werden. Hat sich die Netzhaut bereits abgelöst, ist dagegen in der Regel eine operative Therapie erforderlich.

Gerade bei diesen Beschwerden ist deshalb nicht entscheidend, wie stark sie subjektiv empfunden werden. Entscheidend ist, ob sie neu und plötzlich aufgetreten sind. Wer seit gestern erstmals Lichtblitze oder einen neuen Schwarm schwarzer Punkte sieht, sollte damit nicht bis zur nächsten Woche warten.

„Nicht entscheidend ist, wie stark die Beschwerden empfunden werden. Entscheidend ist, ob sie neu und plötzlich aufgetreten sind.“

Empfang von Adlerblick Augenmedizin in Döttingen

Ophthalmology Aargau · Döttingen

Erstmals Lichtblitze oder neue schwarze Punkte?

Warten Sie damit nicht bis zur nächsten Woche. Vereinbaren Sie einen Termin bei Adlerblick Augenmedizin in Döttingen.

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